Was passiert bei Angst?

 

Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten (etwa Flucht) einleitet. Diese Aufgabe kann sie nur erfüllen, wenn weder zu viel Angst das Handeln blockiert noch zu wenig Angst reale Gefahren und Risiken ausblendet.

Angst ist ein Gefühl, das sich bei tatsächlicher oder nur vorgestellter Gefahr einstellt. Der Organismus ist darauf aus, sich am Leben zu erhalten.

Wird Gefahr gemeldet, kommt es nach einer kurzen Schrecksekunde zu einer Alarmreaktion. Das Sympathische Nervensystem tritt in Aktion. Es ist zuständig für die Aktivierung des Körpers.

Der Körper wird auf Kampf oder Flucht vorbereitet.  

 

Folgende Angstsymptome (körperliche Veränderungen) werden durch das Sympathische Nervensystem hervorgerufen:

 ·         Der Herzschlag erhöht sich und die Herzkranzgefäße erweitern sich.

 ·         Der Blutdruck steigt an.

 ·         Die Blutgefäße der Haut und inneren Organe verengen sich.

 ·         Die Skelettmuskeln werden stärker durchblutet und spannen sich an, so dass der Körper bereit zu Kampf oder Flucht ist.

 ·         Als Vorbereitung auf mögliche Verletzungen verdickt sich das Blut.

 ·         Die Bronchien erweitern sich, die Atmung geht schneller, damit der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird.

 ·         Der Energieverbrauch steigt und der Stoffwechsel wird beschleunigt.

 ·         Der Appetit lässt nach, die Verdauung wird eingestellt.

 ·         Der Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte (Cholesterin) steigen.

 ·         Der Speichelfluss wird reduziert und der Speichel wird zähflüssig.

 ·         Die Lust auf Sex lässt komplett nach, die Genitalien werden schwächer durchblutet.

 ·         Die Pupillen erweitern sich um das Sehfeld zu vergrößern und die Gefahr besser zu erkennen.

 ·         Die Ausscheidung, Harn- und Stuhldrang werden eingestellt.

 ·         Die Energiereserven (Zucker und Fette) werden angezapft, um genügend Energie für eine mögliche Verteidigung zu haben.

 ·         Die Temperatur im Körperinnern steigt an.

 ·         Es entsteht kalter Schweiß. Durch die Absonderung von Molekülen im Schweiß können andere Menschen Angst riechen und bei ihnen wird unterbewusst Alarmbereitschaft ausgelöst.

·         Der Geist ist hellwach und die Aufmerksamkeit ist komplett auf die Gefahr gerichtet.

 ·         Nervosität, Unruhe und Erregtheit sind spürbar.

 

Verhalten:  Fluchtimpuls, Totstellreflex, Vermeidungsverhalten.

Gedanken: Die Konzentration steigt enorm, Die Gedanken kreisen um die vermeintliche oder reale Gefahr und wie sie vermieden werden kann.

 

Von der Natur ist es vorgesehen, dass die Angst nachlässt, sobald die Gefahr vorüber ist. Sobald dem Körper Entwarnung gegeben wird, ihm quasi gesagt wird „Du bist außer Gefahr“, kehrt der Körper wieder auf sein normales Erregungsniveau zurück. Die Muskeln entspannen sich, die Atmung verlangsamt sich, usw.

Diese automatische Anpassung an die Anforderungen aus der Umwelt funktioniert allerdings nur, solange die Anforderungen nicht allzu groß sind.

Problematisch wird es, wenn außergewöhnliche Belastungen eintreten, länger anhalten oder  in Gedanken immer wieder Gefahren ausgemalt werden, die den Körper in Angst versetzen.

Dann kommt der Körper nicht mehr zur Ruhe und es entsteht ein Missverhältnis zwischen Anspannung und Entspannung.

 

Warum ist Angst eine sinnvolle Reaktion?

 

Die Fähigkeit, Angst zu empfinden, ist angeboren. Angst ist eine Alarmreaktion des Körpers.

Sie hat die Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, dass (Lebens)Gefahr besteht und etwas unternommen werden muss, um die Gefahr abzuwenden und am Leben zu bleiben.

Für unsere Vorfahren war die Angst lebenserhaltend und damit lebensnotwendig. Sie waren oft lebensgefährlichen Situationen ausgesetzt, etwa wilden Tieren oder feindseligen Mitgliedern anderer Völker.

Die Angst, verletzt oder gar getötet zu werden, versetzte unsere Vorfahren körperlich in die Lage, mit der Bedrohung umzugehen.

Die Angst aktiviert Körperreaktionen - wie etwa Anspannung und stärkere Durchblutung der Muskeln und Ausschüttung von Adrenalin -, die Voraussetzung dafür sind, dass der Körper bereit ist, mit einer Bedrohung körperlich umgehen zu können.

 

Unsere Vorfahren, wie auch der heutige Mensch, nutzten und nutzen 3 Überlebensstrategien bei Bedrohung:

1. Flucht: Man entzog sich der Bedrohung, indem man aus der gefährlichen Situation flüchtete.

2. Kampf: Man stellte sich der Bedrohung und verteidigte sein Leben.

3. Tot stellen: Wenn man weder flüchten noch kämpfen konnte, dann versteckte man sich oder tat so, als sei man tot oder kampfunfähig, Der Totstellreflex als Schutzreaktion ist heute noch bei vielen Tieren zu beobachten. 

 

Die Gefahr, von wilden Tieren angegriffen zu werden, ist heute relativ gering. Und wer nicht gerade in einer Wohngegend mit hoher Kriminalität oder mit ständig wiederkehrenden Naturkatastrophen lebt, dessen Leben ist nur noch selten real bedroht – mit Ausnahme des Todes, der jedem droht.

Dennoch verspürt der moderne Mensch heute häufiger Angst als unsere Vorfahren vor tausenden von Jahren. Die Bedrohungen, auf die heute mit Angst reagiert wird, sind jedoch eher psychischer Natur.

Jemand macht z.B. eine abfällige Bemerkung über jemanden oder greift ihn verbal an und derjenige reagiert mit Angst. Alleine die Vorstellung, abgelehnt oder gekränkt zu werden, löst Angst aus.

Der Körper reagiert auf die tatsächliche oder eingebildete Ablehnung genauso wie bei unseren Vorfahren, die tatsächlich in Lebensgefahr waren, etwa mit Herzklopfen, erhöhtem Blutdruck und schnellerem Puls.

So verlassen Menschen mit einer Agoraphobie (Platzangst) fluchtartig das Cafe oder Kino oder Kaufhaus, wenn sie spüren, dass die Angst in ihnen hochkommt, oder sie meiden generell große Menschenansammlungen.

Da es heute verpönt und verboten ist, sich tätlich zu wehren und zu kämpfen, verteidigen sich die Menschen heutzutage eher verbal.

Und wenn weder flüchten, noch sich verbal verteidigen funktioniert, dann reagiert der Körper vielleicht mit dem Totstellreflex, einem Schockzustand, in dem man wie gelähmt, vor Furcht erstarrt ist.

 

Was Menschen fürchten?

 

Umfragen zufolge fürchten Menschen am meisten gefährliche Tiere - insbesondere Schlangen (bis zu 25%) - und Höhen, was vielleicht teilweise biologisch bedingt ist. Häufig genannt werden auch Verletzungen und Krankheiten, öffentliche Plätze, Verkehr, Tunnels, enge Räume.

 

Wenn die Angst krank macht

 

Angst kann krank machen. Die Grenze zwischen einer normalen – gesunden – und einer pathologischen – krankhaften – Reaktion des Körpers ist sehr eng. Die Emotionen, die bestimmte Situationen auslösen, sind bei krankhafter Angst nicht mehr dem Sachverhalt angemessen. Für die Betroffenen fühlt sich die Bedrohung zwar sehr real an, rein objektiv gibt es aber eigentlich keinen Grund, sich zu fürchten. Es kommt zum Fehlalarm.

 

Von einer Angststörung spricht man, wenn Symptome wie Schlafstörungen, innere Unruhe oder körperliches Unwohlsein den Alltag stark beeinträchtigen.

Die Weltgesundheitsorganisation teilt Angststörungen in zwei Gruppen ein: Phobien, die sich auf konkrete Objekte oder Situationen beziehen, und schwerer greifbare Störungen, die ohne konkreten Anlass auftreten:

 

Konkrete Angststörungen

Agoraphobie: Es besteht eine Angst vor Situationen, aus denen man nicht mehr ohne Hilfe herauszukommen glaubt. Menschen mit einer Agoraphobie meiden zum Beispiel Menschenmengen, öffentliche Plätze oder Verkehrsmittel.

Soziale Phobie: Diese Angststörung äußert sich in zwischenmenschlichen Kontakten. Menschen mit sozialer Phobie haben das Gefühl, ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und sich zu blamieren, wenn sie in Gegenwart anderer reden oder essen.

 

Spezifische Phobien: Die Angst vor Spinnen, Höhe, Blut, erbrechen oder dem Zahnarztbesuch kann das Leben stark einschränken. Da sich die Phobien auf ein konkretes Objekt oder eine typische Situa­tion beziehen, lassen sie sich vergleichsweise einfach behandeln.

 

Unspezifische Angststörungen

Generalisierte Angststörung: Darunter leidet, wer über längere Zeit mit seinen Gedanken in Sorgenschleifen festhängt, ständig angespannt ist und die Welt als bedrohlich erlebt. Diese Angst­störung bezieht sich nicht auf bestimmte Situationen.

Panikstörung: Die Angstattacken überkommen die Betroffenen ohne ersichtlichen Auslöser. Das Herz fängt an zu rasen, sie leiden unter Atemnot, Brustschmerzen oder Schwindel. Die Attacken sind meist nicht vorhersehbar und verschwinden wieder – erzeugen aber häufig eine Erwartungsangst, also eine lähmende „Angst vor der Angst“.

 

Die meisten Menschen, die Angst haben, sind der Meinung, dass bestimmte Situationen, Menschen, Ereignisse ihre Angst verursachen. Sie glauben, keine Kontrolle über ihre Gefühle zu haben.

Es gibt nur wenige Situationen, die von Natur aus angstauslösend sind, z.B. die Reaktion auf plötzlich entstehende Geräusche oder plötzliche Ereignisse. Aber selbst an diese Situationen können wir uns mit der Zeit gewöhnen.

 

Die Ursache für unsere Ängste liegt in unserem Denken. Angst ist fast immer das Resultat davon, dass wir etwas als gefährlich einschätzen. Angst entsteht wie jedes andere Gefühl auf sehr einfache Art und Weise:

 

·         Eine bestimmte Situation wird erlebt oder im Geiste ausgemalt. Z.B. viele Menschen, Spinne, Hund, Katze, Taube, Brücke, Tunnel,                 geschlossener Raum, Prüfung, offene Straße, allein in der Wohnung…

·         Diese Situation wird anhand gespeicherter Erfahrungen als positiv, negativ oder neutral bewertet. Gefahr, nicht zu überleben," Es wäre            schrecklich, wenn ... "

·         Gefühle und entsprechendes Verhalten. Körperliche Reaktion: Atemnot, Hände werden feucht, Herz-stolpern, Anspannung, flaues           Gefühl im Magen, Blutdruck steigt, Apathie, Flucht, Meidung.

 

Der Mensch funktioniert, außer wenn es sich um Reflexe oder angeborene Reaktionsweisen handelt, die jeder Mensch zeigt, immer nach diesem Prinzip.

Eine Handlung und eine Gefühlsreaktion erfolgen erst, nachdem dieser die Situation in der Auswirkung auf seine Person blitzschnell aufgrund eines Vergleichs mit seiner früheren Erfahrung und seinem angelesenen Wissen bewertet hat.

 

Diese innere Bewertung, dieses innere Selbstgespräch, ist meist nicht mehr bewusst, sondern erfolgt automatisch. Und das ist ein ganz wichtiger Gesichtspunkt für alle Menschen, die Angst haben: Die Angst ist, sofern keine körperliche Erkrankung vorliegt, IMMER nachvollziehbar, wenn man die Gedanken und Phantasien des Betroffenen kennt.

 

Sie müssen ganz einfach Angst haben, wenn Sie etwas als gefährlich ansehen.

 

Was Klienten mit Angst von anderen Menschen unterscheidet, ist zunächst einmal die Einschätzung oder Bewertung von Situationen, und erst als zweites deren Angstgefühle und das Verhalten.

Das Gehirn kann mit einem Computer verglichen werden, alles, was einprogrammiert wird, wird umgesetzt.

Hat es ein bestimmtes Programm eingespeichert, bewertet es etwas als gefährlich, gibt es die Meldung der Gefahr an den Körper weiter und dieser reagiert mit dem für eine Gefahr biologisch vorgesehenen Angstprogramm.

Statt zu sagen "Die Situation macht mir Angst” müsste man richtigerweise sagen "Ich mache mir Angst vor der Situation”. Damit verliert man ein Stück weit die Ohnmacht vor dieser Angst und kann sein Leben wieder mehr in die eigenen Hände nehmen.

 

Wenn nun aber jeder, der Angst hat, sich die Angst selbst durch seine Bewertungen schafft, heißt das gleichzeitig, dass er sie auch überwinden kann.

Solange jemand lernfähig ist und denken kann, kann man lernen das innere Programm neu zu definieren und umzuschreiben, den Gehirncomputer neu zu programmieren.

Dabei helfen Therapieverfahren wie Hypnose/Hypnotherapie, Traumatherapie EMDR oder Neuro Linguistisches Programmieren (NLP).

 

Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.

 

Ich arbeite sehr erfolgreich mit folgendem Vorgehen:

·         Analyse der individuellen Angst

·         Exploration von Angstauslösern

·         Auflösung von eventuell vorhandenen traumatischen Erlebnissen

·         Kreativer Umgang mit Angst

·         Umstrukturierung von eingefahrenen Gedankenspuren

·         Erlernen von Entspannungstechniken

·         Klares und attraktives Zielbild

·         Neuausrichtung auf positives Erleben

 

Dies führt zu mehr Entscheidungsfreiheiten und damit einer wesentlichen Verbesserung Ihrer Lebensqualität.

Tun Sie den ersten Schritt, rufen Sie an oder schicken eine Mail und vereinbaren Sie ein kostenfreies Vorgespräch.

 

 

Günther Mysliwetz

Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz

Zum vorderen Weinberg 22

71665 Vaihingen/Enz Horrheim

Telefon: 07042 - 3740404

Psychotherapie(at)wieder-gesunden.de

www.wieder-gesunden.de

 

Es besteht eine Berufshaftpflichtversicherung bei der Continentale.

 

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Günther Mysliwetz

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In unserem Bundesland ist in allen Datenschutzangelegenheiten Ansprechpartner:

 

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Dr. Stefan Brink

Königstraße 10a

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Telefon: 07 11/61 55 41-0

Telefax: 07 11/61 55 41-15

 

E-Mail: poststelle@lfdi.bwl.de

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Günther Mysliwetz Zum vorderen Weinberg 22 in 71665 Vaihingen/Enz